Abführmittel
Abführmittel – auch Laxanzien genannt – helfen bei Verstopfung einen
weicheren Stuhl zu bekommen und/ oder einen Stuhlgang auszulösen. Dazu
zählen verschiedene Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen:
Ballast- und Quellstoffe, osmotisch wirksame Laxanzien wie Macrogol,
Gleitmittel, pflanzliche Laxanzien sowie synthetische Wirkstoffe wie
Bisacodyl oder Natriumpicosulfat. Gängige Darreichungsformen sind
Dragées/Tabletten, Tropfen, Pulver und Zäpfchen.
Abhängigkeit
Abführmittel können nicht süchtig bzw. körperlich abhängig machen, weil sie
weder ins Gehirn gelangen, noch bestimmte Botenstoffe beeinflussen, die eine
Sucht bzw. Abhängigkeit erzeugen.
Wichtig: Die Begriffe Abhängigkeit und Gewöhnung sind nicht gleich zu
setzen. Bei einer Abhängigkeit (körperlich) sind Entzugserscheinungen bei
Absetzten des Medikaments typisch, bei einer Gewöhnung beobachtet man eine
Toleranzentwicklung, die mit einem Wirkverlust einhergeht und zu einer
Dosissteigerung führen kann. Beides ist für Abführmittel nicht zutreffend.
Akute Verstopfung
Oftmals sind die Ursachen einer akuten Verstopfung in einer kurzfristigen Änderung der persönlichen Lebensumstände zu suchen. Die Beschwerden treten meist plötzlich und nur für einen begrenzten Zeitraum auf – zum Beispiel auf Reisen oder durch Stress im Alltag. Tritt der gewohnte Tagesrhythmus wieder ein, funktioniert meist auch die Verdauung wieder.
Sollten aber noch weitere Symptome wie starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten, ist ein Arztbesuch dringend erforderlich.
Apotheker
Der Apotheker ist bei allen Fragen rund um die Themen Verdauung und Verstopfung ein kompetenter, vertrauenswürdiger Ansprechpartner. Aufgrund seines Fachwissens und seiner Erfahrung ist er mit den Themen bestens vertraut, so dass er Sie bei der Wahl einer geeigneten Behandlung unterstützen und beraten kann.
Arztbesuch
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Verstopfung im Wechsel mit Durchfall oder zusammen mit Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schmerzen auftritt. Auch bei Blut oder Schleim im Stuhl ist der Gang zum Arzt unbedingt notwendig. Diese Merkmale könnten Hinweise auf akute, ernst zu nehmende organische Ursachen der Verstopfung sein.
Ballast- und Quellstoffe
Bei Ballaststoffen handelt es sich um unverdauliche pflanzliche Nahrungsbestandteile. Sie gehören zur Basis einer gesunden Ernährung und können die Verdauung im Hinblick auf Stuhlmenge und –frequenz positiv beeinflussen. Allerdings können auch Menschen, die ausreichend Ballaststoffe zu sich nehmen, Verstopfung haben. In akuten Fällen wird sogar von extrem ballaststoffreicher Nahrung abgeraten, weil sich die Symptome durch starke Blähungen mitunter verschlimmern können.
Bewegung
Bewegung und körperliche Aktivität steigern das Wohlbefinden. Doch bei vielen Menschen mit unregelmäßiger Verdauung hilft mehr Bewegung meist nicht. Nur bei Menschen mit sehr stark verminderter körperlicher Aktivität, z.B. bei älteren oder bettlägerigen Menschen, kann ein träger Darm die Folge von Bewegungsmangel sein.
Bisacodyl
Bisacodyl ist eine Substanz zur Steigerung der Motilität (Bewegungen des Dickdarms) bei Darmträgheit und Verstopfung. Es wirkt ausschließlich im Dickdarm – also dort, wo das Problem sitzt – und regt die natürlichen Eigenbewegungen der Darmmuskeln an. Auf diese Weise werden die verdauten Nahrungsreste wieder im normalen Rhythmus vorwärts bewegt. Der Wirkstoff Bisacodyl ist
z. B. in Dulcolax® Dragées und Zäpfchen enthalten und Dulcolax® hat sich aufgrund seiner zuverlässigen Wirkung und guten Verträglichkeit seit über 50 Jahren als Abführmittel bewährt.
Chronische Verstopfung
Eine Verstopfung ist dann chronisch, wenn sie lang anhaltend ist – über mindestens drei Monate oder länger. Genauer gesagt: Wenn die Stuhlhäufigkeit weniger als dreimal pro Woche beträgt und/oder der Stuhl hart und kompakt ist. Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Morbus Parkinson können zum Beispiel zu einer länger andauernden Verstopfung führen.
Darm
Der Darm hat – als größter Abschnitt des menschlichen Verdauungstrakts – noch wichtige Aufgaben zu erfüllen. Nachdem die aufgenommene Nahrung Mund, Speiseröhre und Magen passiert hat, entlässt der so genannte Magenpförtner den Speisebrei in den Darm, der aus Dünn-, Dick- und Mastdarm besteht. Der Dünndarm ist für die Weiterverdauung zuständig. Hier werden mit Hilfe von Enzymen und Verdauungssäften die verwertbaren Anteile der Nahrung weiter aufgespalten, die anschließend als kleinste Bruchstücke über die Darmwand ins Blut gelangen. Durch kontinuierliches Zusammenziehen und Entspannen der Darmmuskeln wird der Nahrungsbrei gut gemischt und weitertransportiert. Im Dickdarm angekommen, wird der restliche Speisebrei eingedickt, indem ihm nach und nach überschüssiges Wasser entzogen wird. Durch die wellenförmigen Bewegungen wird der Darminhalt jetzt langsam den Dickdarm entlang geschoben bis er den Mastdarm (Enddarm) erreicht, wo der Stuhl so lange gespeichert wird, bis ein ausreichendes Volumen den Entleerungsreflex auslöst und die letzten Reste der Nahrung als Kot ausgeschieden werden können.
Darmflora
Der Begriff Darmflora bezeichnet die natürliche Besiedelung des Dickdarms mit Bakterien. Diese Bakterien bauen die Nahrungsbestandteile ab, die zuvor nicht verdaut wurden. Gleichzeitig bekämpfen sie schädliche fremde Keime. Auf diese Weise stabilisieren sie das Gleichgewicht der Darmflora und helfen, den Darm widerstandsfähig und gesund zu halten. Und wussten Sie schon: Etwa 70 % der menschlichen Abwehrzellen sitzen im Darm.
Darmreinigung
Vor gastroenterologischen Untersuchungen (z.B. einer Darmspiegelung) oder Operationen ist es notwendig, den Darm zu reinigen. Die Durchführung durch den Arzt kann auf zwei unterschiedlichen Wegen geschehen. Zum einen kann Macrogol aufgelöst und getrunken werden (meist 240g Macrogol in 4 Liter Wasser). Zum anderen besteht die Möglichkeit eines Einlaufs. Hierbei wird körperwarmes Wasser in den Enddarm eingeleitet.
Darmträgheit
siehe Obstipation / Verstopfung
Diabetes mellitus
Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus kann zu Folge- und Begleiterkrankungen, vorwiegend an Augen, Nervensystem, Nieren, Herz und den Gefäßen, führen. Bei rund 60 Prozent aller Diabetiker treten nach einer bestimmten Zeit Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung auf, weil die Darmbewegungen durch Nerven gesteuert werden und bei einer Beeinträchtigung des Nervengeflechts der Speisebrei verlangsamt durch den Darm transportiert wird.
Elektrolytverlust
Elektrolyte heißen die im Wasser gelösten Mineralstoffe, die lebenswichtige Aufgaben bei verschiedenen Körperfunktionen übernehmen. Verliert der Körper viel Wasser – wie z.B. bei Durchfall – kann es auch zu Elektrolytverlust kommen. Ein
relevanter Elektrolytverlust ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung von Laxantien nicht zu befürchten.
Entleerungsreflex
Im Dickdarm wird dem restlichen Speisebrei überschüssiges Wasser entzogen, so dass der Stuhl immer fester wird. Wenn diese eingedickten Reste den Enddarm erreicht haben, bleiben sie so lange dort, bis das nötige Volumen erreicht ist, um den natürlichen Entleerungsreflex auszulösen. Das „Signal“ des ausreichend gefüllten Mastdarms (Stuhldrang) wird über die im Rücken sitzenden Nerven an das Gehirn geleitet. Mit der willentlichen Entscheidung dazu erfolgt dann der Stuhlgang.
Ernährung
Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist das A und O für die Gesundheit – und damit auch für eine geregelte Verdauung. Dazu zählen neben der ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme insbesondere Gemüse und Obst, Ballaststoffe aus Vollkornbrot, Reis, und Kartoffeln, Milch- und Milchprodukte, aber auch Fisch, Fleisch und Eier.
Frauen
Frauen leiden etwa doppelt so häufig an unregelmäßiger Verdauung – z.B. einer Verstopfung – wie Männer. Grund dafür kann der Einfluss der weiblichen Hormone sein, z. B. während oder nach einer Schwangerschaft
Funktionsstörung
Wenn die normalen Verdauungsvorgänge im Darm gestört sind, sprechen Mediziner von Funktionsstörungen. Sie können sich als Verstopfung, Durchfall oder auch beidem im Wechsel mit Bauchschmerzen (Reizdarm) äußern.
Geschichte der Verstopfung
Wer glaubt, Verstopfung sei ein Thema der Neuzeit, wird überrascht sein, wie lange Menschen sich schon damit auseinander gesetzt haben. Bekannt ist die Anwendung von Substanzen zur erleichterten Darmentleerung nämlich seit über 2.500 Jahren. Bereits im alten Ägypten litten die Menschen an Verdauungsstörungen und haben Öl aus Rizinussamen gegen Verstopfung eingesetzt. Heute gibt es deutlich schonendere Methoden.
Gewöhnung
Besonders Menschen, die unter einer chronischen Verstopfung leiden, fragen sich, ob ihr Körper sich an Abführmittel gewöhnen kann und mit der Zeit deren Wirkung nachlässt. Die Antwort: Nein, bei bestimmungsgemäßer Einnahme laut Packungsbeilage ist ein Gewöhnungseffekt nicht zu erwarten. Eine Dosissteigerung ist demnach auch bei einer längeren Einnahme nicht notwendig.
Wichtig zu wissen: Die meisten Abführmittel sollten nicht täglich eingenommen werden. Denn nach einer vorherigen Einnahme ist der Enddarm zunächst gründlich entleert und bis er sich wieder vollständig füllt, kann es zwei bis drei Tage dauern.
Gleitmittel
Gleitmittel wie dickflüssiges Paraffin sollen die Darmentleerung erleichtern, indem sie den Stuhl gleitfähiger machen. Die Behandlung mit Paraffin ist allerdings nicht mehr zeitgemäß und auch nicht unbedenklich, da es z.B. die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen im Darm behindert.
Grunderkrankungen
Verschiedene Erkrankungen können von einer Verstopfung begleitet sein. Dazu zählen z.B. Diabetes mellitus oder Morbus Parkinson. Ebenso können Erkrankungen des Darmsystems wie beispielsweise Morbus Crohn, Analfissuren oder Hämorrhoiden eine mögliche Ursache sein. Um die Ursache abzuklären, insbesondere bei weiteren Symptomen wie Fieber oder Blut im Stuhl, sollte daher immer ein Arzt konsultiert werden.
Habituelle Verstopfung
Die habituelle Verstopfung zeichnet sich dadurch aus, dass sie zumeist bei veränderten Lebensumständen auftritt, z.B. durch fremdes Essen, Zeitverschiebungen oder einen ungewohnten Tagesrhythmus.
Hausmittel
Zu den wohl bekanntesten Hausmitteln gehören Trockenfrüchte wie Pflaumen, Aprikosen und Rosinen oder auch Sauerkraut. Wer seinem Darm etwas Gutes tun möchte, kann auch regelmäßig Joghurt essen, z.B. mit untergerührten Leinsamen oder Weizenkleie. Sauermilchprodukte wirken regulierend auf die Verdauung, Leinsamen und Weizenkleie vergrößern das Stuhlvolumen. Bei Verstopfung und Darmträgheit, deren Ursache nicht in einer ungesunden Lebensweise liegt, stoßen Hausmittel jedoch meist an ihre Grenzen der Wirksamkeit.
Hautprobleme und Verstopfung
Wissenschaftliche Untersuchungen bei Frauen mit und ohne Verstopfung konnten bisher nicht eindeutig belegen, dass zwischen einer bestehenden Verstopfung und Hautproblemen ein direkter Zusammenhang besteht.
Immobilität
Bei Krankheiten, nach einem Unfall oder Operationen, muss der Körper geschont und die Genesungszeit oft im Bett verbracht werden. Die starke Einschränkung der Beweglichkeit kann eine Verstopfung als Folge haben. Mehr Bewegung ist in dieser Zeit aber oft nicht möglich oder verboten. Daher ist es unter diesen Umständen wichtig, den Darm mit einem schonenden und sicher wirkenden Abführmittel zu unterstützen.
Irrtümer
Irrtümer zum Thema Verdauung und Verstopfung gibt es viele. So glauben viele Menschen fälschlicherweise, dass man durch Verstopfung eine schlechte Haut bekommt, es zu einer Selbstvergiftung kommen kann und Abführmittel süchtig machen.
Lesen Sie mehr unter „Die häufigsten Irrtümer“. Hier werden die gängigen Irrtümer und Vorurteile aufgegriffen und widerlegt
Joghurt
siehe Probiotischer Joghurt
Kinder
Auch Kinder können von Verdauungsbeschwerden und Verstopfung betroffen sein. Grundsätzlich sollten Ursachen und eine eventuelle Therapie mit einem Arzt abgeklärt werden. Durch unangenehme Erlebnisse beim Stuhlgang halten Kinder oft den Stuhl zurück. Dadurch dickt er mehr ein und eine Verstopfung kann die Folge sein.
Klistier
Ein Klistier ist ein handliches Instrument, um eine Stuhlentleerung herbeizuführen. In den meisten Fällen wird Leitungswasser als Füllung verwendet, das rektal in den Mastdarm eingespült wird. Es gibt auch fertige Einmalprodukte in der Apotheke, diese sind meist mit speziellen Salzlösungen gefüllt.
Laxanzien
siehe Abführmittel
Macrogol
Macrogol-Pulver lässt sich leicht in einem Glas Wasser auflösen. Die Besonderheit besteht darin, dass diese Substanz das
(getrunkene) Wasser an sich bindet und direkt zum Dickdarm transportiert. Dort weicht die Macrogollösung den verhärteten Stuhl auf und bringt so die natürliche Verdauung in Gang.
Medikamente
Eine Vielzahl von Medikamenten kann sich negativ auf die Verdauung auswirken. Die folgende Liste zeigt typische Arzneimittelgruppen auf, deren Wirkstoffe häufig als Nebenwirkung zu einer Verstopfung führen:
- Antacida (zur Neutralisierung der Magensäure)
- Antidepressiva
- Antidiarrhoika (gegen Durchfall)
- Antiemetika (gegen Übelkeit und Erbrechen)
- Antiepileptika
- Antihypertensiva (gegen erhöhten Blutdruck)
- Antiparkinsonmittel
- Eisen
- Gallensäurebindende Mittel
- Neuroleptika (Beruhigungsmittel bei Psychosen)
- Opiate (starke Schmerzmittel)
- Spasmolytika (krampflösende Arzneimittel)
Menopause
siehe Wechseljahre
Menstruation
siehe Periode
Missbrauch
Wie bei vielen anderen Arzneimitteln, können auch Abführmittel falsch angewendet und bewusst missbräuchlich verwendet werden. Das Motiv ist meist der Wunsch, auf diese Weise abzunehmen. Moderne Abführmittel wirken jedoch ausschließlich im Dickdarm, dort wo die Verstopfung sitzt. Die Nährstoff- und Kalorienaufnahme im Dünndarm bleibt also durch die Einnahme dieser dickdarmwirksamen Abführmittel unbeeinflusst. Abführmittel eignen sich also nicht zum Abnehmen.
Natriumpicosulfat
Natriumpicosulfat ist ebenso wie Bisacodyl ein synthetisches Abführmittel mit gezielter, schonender Wirksamkeit gegen Verstopfung. Es regt die Bewegungen der Darmmuskeln an und sorgt somit für Erleichterung. Die meist verwendete Darreichungsform von Natriumpicosulfat sind Tropfen, z. B. in
Dulcolax® NP Tropfen, so dass es ganz nach dem individuellen Bedarf einfach und exakt dosierbar ist.
Obstipation (siehe auch Verstopfung)
Als Obstipation (Verstopfung) wird das verlängerte Verweilen des Stuhls im Darm mit meist seltener, verminderter und meist schmerzhafter Entleerung bezeichnet.
Periode (Menstruation)
Einige Frauen berichten, dass sie vor oder während ihrer "Tage" zu Verstopfung neigen. Wissenschaftler forschten nach, ob das Wechselspiel der Sexualhormone während der Periode tatsächlich Einfluss auf die Darmfunktion hat. Dabei ließen sich jedoch bisher keine direkten, statistisch signifikanten Zusammenhänge erkennen. Auszuschließen ist ein möglicher Zusammenhang jedoch nicht.
Pflanzliche Abführmittel
Zu den pflanzlichen Abführmitteln (Anthrachinone) zählen Sennesblätter, Faulbaumrinde, Aloe und Rhabarberwurzel. Sie beeinflussen die Wiederaufnahme von Wasser aus dem Darminneren
und steigern ein Einströmen von Wasser in den Darm.
Probiotischer Joghurt
Die in probiotischem Joghurt enthaltenen speziellen Bakterienkulturen sind – je nach Art – sehr widerstandsfähig und überleben den langen Weg vom Mund bis in den Darm. Im Darm angekommen tragen sie zur Normalisierung und Stabilisierung der Darmflora bei und helfen Verdauungsbeschwerden zu regulieren. Allerdings eignen sie sich maximal für leichtere Verdauungsbeschwerden.
Quellstoffe
siehe Ballaststoffe
Regel
siehe Periode
Salze
Diese Abführmittel, zu denen Glauber – und Bittersalz zählen, halten Flüssigkeit im Darm zurück und lösen weiter einen Wassereinstrom in den Darm aus. Sie haben einen sehr drastischen Effekt. Bekannt sind Sie aus der Vorbereitung auf eine Fastenkur.
Schwangerschaft
Während der letzten Phase einer Schwangerschaft steigt der Progesteronspiegel, wodurch die Gebärmutter ruhig gestellt werden soll, um vorzeitige Wehen zu verhindern. Diese gewünschte Erschlaffung des Muskelgewebes kann aber auch zu einer (unerwünschten) Verlangsamung der Darmpassage führen. Mögliche Folge ist eine Verstopfung.
Selbstvergiftung
Viele Menschen glauben, dass sie sich selbst vergiften, wenn der Stuhl zu lange im Körper bleibt und sich dabei vermeintliche Giftstoffe bilden. Diese Ängste sind jedoch medizinisch unbegründet. Eine Selbstvergiftung existiert nicht.
Stress
Ein turbulenter Alltag kann oft zur Folge haben, dass man sich gestresst fühlt. Für scheinbare Nebensächlichkeiten, wie einen Gang zur Toilette, bleibt keine Zeit. Doch wird der natürliche Entleerungsreflex mehrfach ignoriert, kann eine Verstopfung die Folge sein.
Darum ist es wichtig, Ruhephasen in den Alltag einzubauen und sich Zeit zur bewussten Entspannung zu nehmen.
Sucht
siehe Abhängigkeit
Symptome
Typische Symptome einer Verstopfung sind ein harter Bauch, Blähungen und
Völlegefühl. Zudem fühlen sich viele Betroffene appetitlos, müde und
erschöpft. Die Symptome werden individuell oft als unterschiedlich belastend
empfunden. Einige berichten dabei über zu seltene Stuhlentleerungen, andere
leiden unter einem Gefühl der unvollständigen
Entleerung oder unter harten Stühlen, bei denen ein starkes, schmerzhaftes Pressen erforderlich ist.
Tabu
Über viele Beschwerden, Wehwehchen und Krankheiten wird offen und nahezu selbstverständlich geredet: Der Magen ist empfindlich, die Haut zu trocken, der Rücken verspannt. Beim Thema Verstopfung scheint die Kommunikation aufzuhören. Es ist ein Tabuthema, Worte wie „Stuhl“, „Blähung“ oder „Verstopfung“ kommen nur wenigen über die Lippen. Dieses Tabu gilt es zu brechen, um im Austausch mit anderen nach Möglichkeit für jeden einen individuellen Umgang mit dem Problem aufzuzeigen. Denn das Schweigen nimmt die Möglichkeit, eine zeitnahe Lösung des Problems zu ermöglichen.
Urlaub
Eine akute Verstopfung tritt häufig im Urlaub auf. Das lange Sitzen während der Anreise, ungewohntes Essen oder die Abneigung gegen fremde Toiletten erschweren den Gang zur Toilette. Um sich den Urlaub deswegen nicht verderben zu lassen, ist es gut, ein sanftes und effektiv wirksames Abführmittel im Gepäck zu haben.
Ursachen
Eine Verstopfung kann unterschiedliche Ursachen haben. Hier sind die häufigsten aufgeführt:
- Lebensumstände, z.B. Stress, Ärger
- Hormonbedingte Ursachen wie Schwangerschaft und Wechseljahre
- Zunehmendes Alter
- Grunderkrankungen
- Medikamente
- Umstellung der Lebensgewohnheiten, z. B. im Urlaub, Ernährung
Verdauung
Unser Körper braucht ständig Energie und Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette und Vitamine und Mineralstoffe. Zum Denken, Atmen oder Bewegen. Diese Stoffe holt sich der Körper aus der Nahrung, die während der Verdauung durch den Organismus weiter transportiert wird. Der gesamte Verdauungsvorgang dauert – je nachdem, was man gegessen hat – zwischen 30 und 60 Stunden. Im Mastdarm ist die Verdauung abgeschlossen, die Nahrungsreste werden gesammelt und später als Kot ausgeschieden.
Verstopfung
In der Medizin werden unter dem Begriff Verstopfung (Obstipation) verschiedene Beschwerden zusammengefasst. Zu ihnen gehören:
- eine zu geringe Stuhlhäufigkeit, also weniger als dreimal pro Woche
- Stuhl von zu harter Beschaffenheit bzw. von zu geringer Menge
- zur Stuhlentleerung notwendiges starkes Pressen
- Gefühl einer unvollständigen Stuhlentleerung
- Blockadegefühl
Wechseljahre
Etwa ab dem 45. Lebensjahr kommen Frauen in die Wechseljahre. Gemeint ist
damit die Zeitspanne vor und nach der letzen Regelblutung einer Frau. Diese
Zeit bedeutet eine hormonelle Umstellung. Neben vielen weiteren
Veränderungen im Körper, sinkt vor allem der Östrogenspiegel. Dadurch ändert
sich das hormonelle Gleichgewicht vom Östrogen und Progesteron und der
beruhigende Einfluss des Progesterons auf die glatte Muskulatur nimmt zu.
Dies kann eine Darmträgheit bedingen.
Zahlen und Fakten
- Rund 12 % der erwachsenen Deutschen leiden an Verstopfung und Darmträgheit.
Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig davon betroffen wie Männer.
- Fast 10 % aller Diabetiker sind von chronischer Obstipation betroffen.
- Die Oberfläche des menschlichen Darms (Dünn- und Dickdarm) beträgt über 200 Quadratmeter.
- Die gesamte Länge des Darms misst bei einem erwachsenen Menschen etwa 6 bis 8 Meter. Der Dickdarm und der sich anschließende Mastdarm sind dabei ca. 1,5 Meter lang.
- 70 % der Abwehrzellen des Immunsystems befinden sich im Darm.
- Rund 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit verarbeitet der menschliche Darm in seinem Leben.
Zucker
Zu diesen Wirkstoffen zählen Laktose und Lactulose. Sie dienen den Darmbakterien als Nahrung und vergrößern das Stuhlvolumen zusätzlich durch das Zurückhalten von Wasser. Durch die bakterielle Aufspaltung kommt es häufig zu Blähungen.
